Worum geht es in dieser Folge?

 

In dieser Folge unseres wissenschaftlichen Podcasts befassen wir uns mit dem größten Drogenumschlagplatz Berlins. Es geht natürlich um den Görlitzer Park! Warum er überhaupt entstanden ist und wie damit umgegangen wird - das wollen Karina, Tim und Günes heute für euch klären. Sie haben unter anderem mit dem Parkrat Lorenz Rollhäuser über die Situation gesprochen.

 

Entstanden ist der Park aus der Forderung der Hausbesetzerszene in den Achtzigern. Das ehemalige Bahngelände wurde nach der Wende zu einer Grünanlage. Zu einem der größten Drogenumschlagsplätze Berlins entwickelte sich der Park jedoch erst Anfang der 2000er Jahre. Vor allem Männer afrikanischer Herkunft breiteten sich über viele Bereiche des Parks aus und boten Drogen an. Die Anzahl an Händlern stieg mit der Zuzugswelle seit 2015 noch einmal deutlich an. An schönen Sommertagen verkaufen nun bis zu 250 Menschen im Görlitzer Park Drogen.

 

Wusstest du, dass der Görlitzer Park zu den acht kriminalitätsbelasteten Orten Berlins gehört? Die Polizei darf hier auch ohne konkreten Verdacht Personenkontrollen und -durchsuchungen durchführen. Das Problem daran ist, dass dadurch “racial profiling” möglich gemacht wird. Das betrifft nicht nur Dealer im Görlitzer Park, sondern auch die Anwohner.

 

Immer wieder kommt es aber auch zu Konflikten zwischen den Nutzergruppen. Deswegen wurde schon lange versucht, eine Interessenvertretung für die verschiedenen Gruppen zu bilden. 2013 gab es im Park eine Veranstaltung mit anschließenden Arbeitsgruppen, die von den Grünen organisiert war. Ziel war es auch gewesen Präsenz im Park zu zeigen, damit nicht mehr das ,,Recht des Stärkeren’’ gelte. Lorenz Rollhäuser war als Anwohner auch damals schon dabei. Seiner Meinung nach hat eben jeder das Recht den Park zu nutzen, aber nicht jedes Verhalten sollte toleriert werden, sodass keine Gruppen ausgeschlossen werden. Die Initiative wollte auch das Sicherheitsgefühl der Leute verbessern und Ansprechpartner stellen. Weil Nutzungskonflikte zugenommen haben brauche man eine Art Moderator, was die Initiative dann auch gleich in ihrem Konzept festgehalten hat. Daraus ist dann auch der Parkrat entstanden.

 

Was eben ganz besonders am Görli ist, sind die dadurch entstandenen Akteure im Park: Der Parkmanager, der auch gerne mal Parkranger genannt wird, soll die Parkläufer und Sozialarbeit koordinieren. Parkläufer haben nämlich einen entscheidenden Vorteil gegenüber Polizisten: Sie sind nicht dem Legalitätsprinzip unterlegen, das heißt, sie müssen nicht jedem Vergehen nachgehen.

 

Man kann den Görlitzer Park nicht einfach angehen, indem man fragt: Wie wird man die Dealer los? Die Frage sollte erst mal lauten: Wer dealt da eigentlich? Dazu erzählen wir euch die Geschichte von Ismael, auf die wir bei der Recherche gestoßen sind.

 

Der Görlitz Park ist mehr als nur Drogenszene. Der Schmuckgarten, der Kinderbauernhof, die grüne Bühne und die Freiflächen ziehen ganz unterschiedliche Nutzer in den Park. Er zeigt zwar jede Menge Einzelschicksale auf, die allein betrachtet erstmal ein schlechtes Licht durchschimmern lassen, jedoch steckt auch hinter jedem Dealer eine Person, die meistens gezwungen ist so Ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Dennoch muss man die Ängste der Anwohner ernst nehmen und versuchen, für jede Nutzergruppe des Parks eine konfliktfreie Lösung zu finden.

Wo bekomme ich Drogen in Berlin?

Episode 05 I Oktober 2019

 

@2019 Raumcast 

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